Straight on till morning (Ehe der Morgen graut, 1972)

Story: Brenda, eine junge, naive Frau aus der Liverpooler Provinz zieht in das swinging London der späten 60er Jahre. Sie möchte ganz dringend ein Baby und wirft sich in die dortige Partyszene mit Schwung. Sie trifft dort auf den androgyn, hübschen Paul und ihr Glück scheint perfekt. Doch Paul birgt dunkle Geheimnisse…

Kritik: Straight on till morning ist eine ungewöhnliche Hammer Produktion. Regisseur Peter Collinson überzeugt mit einem für seine Zeit äußerst unkonventionellen und progressiven Film. Rita Tushingham als naive und unbeholfene Brenda spielt ihr Rolle so überzeugend, man möchte sie permanent in den Arm nehmen und vor allem Ungemach bewahren. Shane Briant als Paul ist schlicht überragend in der Rolle des Paul. Paul sieht blendend aus,  ist komplex, undurchsichtig, charmant, intelligent und birgt ganz offenbar ein unschönes Geheimnis. Man möchte Brenda gerne vor ihm beschützen, doch sie ahnt nicht auf was sie sich mit ihm einlässt. Schrille Outfits, unkonventionelle, rasch aufeinander folgende Schnitte und eine -gerade für die Zeit- abgründige Geschichte machen diesen Film zu einem Geheimtipp. Ein Film den man nicht von Hammer erwarten würde. Die Story des Films ist nicht sehr komplex und der geübte  Zuschauer ahnt schnell in welche Richtung sich der Film entwickeln wird. Trotzdem ist ein hoher Unterhaltungsfaktor geboten. Visuell ist der Film einfach sehr schön anzuschauen. Es wird auf explizite Gewaltdarstellungen vollständig verzichtet, aber dieses Element benötigt dieses kunstvolle Werk ohnehin nicht.

Würde ich den Film einem Freund empfehlen? Ja,  wenn der Freund offen für das Tempo der 60er/70er Jahre ist.

8/10 für Freunde des 70er Jahre Horrorkinos und des Unkonventionellen

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